Sammlung Musikgeschichte
Max-Reger-Archiv
der Meininger Museen
Forschung
Maren Goltz, Werner Greiling, Johannes Mötsch (Hg.)
Herzog Georg II.
von Sachsen- Meiningen (1826–1914)

Kultur als Behauptungsstrategie?
2015

Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen gehört zu den  herausragenden Herrscherpersönlichkeiten Thüringens im »langen 19. Jahrhundert«. Als Regent bestimmte er nicht nur die politischen Geschicke seines Herzogtums, sondern widmete sich ebenso intensiv der Kunst und Kultur. Durch sein Engagement für das Theater und die Musik erlangte Georg II. europaweites Renommee, erreichte aber auch in anderen Sphären seines Wirkens Mustergültiges. So genoss er sowohl in der Fürstenwelt als auch beim eigenen Volk eine beachtliche Reputation.<

Der Band ergründet die mannigfaltigen Facetten dieses  ambitionierten Fürsten und geht dabei auch der Frage nach, inwieweit Georg II. als Landesherr eines »mindermächtigen« Staates die von ihm betriebene Kulturpolitik als politische Behauptungsstrategie einsetzte. Dabei wird er aber nicht auf seine zweifellos wichtige Rolle als »Theaterherzog« reduziert. Die mehr als 20 Beiträge thematisieren vielmehr die Bereiche „Fürst und Dynastie«, »Herrschaft und Verwaltung«, »Wirtschaft und Gesellschaft«, »Bildung und Wissenschaft« sowie das weite Feld von »Kunst und Kultur«.

Maren Goltz und Bernhard Schrammek (Hg.)
Johann Steurlein (1546–1613) –
Amtsdiener, Komponist und Poet zwischen Tradition und Innovation, Wissenschaftliche Tagung, Meininger Museen 2013

Der am 5. Juli 1547 in Schmalkalden geborene Johann Steurlein war ein bedeutender südthüringischer Amtsdiener, Komponist und Dichter, der 1604 von Kaiser Rudolf II. zum poeta laureatus ernannt wurde. In der bewegten Zeit der Reformation gestaltete sich sein Leben zwischen Innovation und Tradition.
Einerseits trug er zur Verbreitung der protestantischen Idee im Geiste Martin Luthers bei, andererseits bevorzugte er in seinem künstlerischen Schaffen eher bewährte Formen. Von seinen Werken blieben u. a. geistliche und weltliche Lieder, Motetten, eine Messe sowie Fastnachtsspiele erhalten. Der vorliegende Band beschäftigt sich erstmals wissenschaftlich mit allen Facetten des Wirkens von Johann Steurlein und liefert neueste Forschungsergebnisse, die nicht nur für Musikwissenschaftler und Kirchenhistoriker, sondern für alle Interessierte an Reformations- und Regionalgeschichte von Bedeutung sind.

Infolink

Maren Goltz und Herta Müller (Hg.):
Königin und Täubchen.
Die Briefe von Cosima Wagner an Ellen Franz/Helene von Heldburg.
The Queen and the Chick.
Cosima Wagner’s Correspondence with Ellen Franz/Helene von Heldburg,
München 2014 (= Beiträge zur Kulturgeschichte der Musik, Bd. 9).

Mit der erstmaligen Herausgabe und Kommentierung der 77 Briefe Cosima von Bülows (seit 1870 verh. Wagner) an ihre Berliner Jugendfreundin Ellen Franz (verh. Helene von Heldburg) erschließen Maren Goltz und Herta Müller einen bisher unbekannten, Quellenbestand, der völlig neue Einblicke in die Welt der beiden für die Kulturgeschichte so bedeutenden Frauen erlaubt. Obwohl die Gegenkorrespondenz von Ellen Franz – der Schauspielerin und späteren Frau des Meininger »Theaterherzogs« Georg II. – nicht überliefert ist, belegen die Briefe aus dem Zeitraum von 1859 bis 1912 nicht nur eine der Forschung bisher verborgen gebliebene Lebensfreundschaft zwischen der »Königin« (Cosima) und dem »Täubchen« (Ellen). Sie ermöglichen auch einen differenzierteren Blick auf Cosimas Gefühlswelt, ihr Verhältnis zum Vater Franz Liszt und auf ihre Ehe mit Hans von Bülow.

Vor allem jedoch lassen sie wichtige Facetten ihrer Persönlichkeit sichtbar werden: ihre hohe Bildung, ihr intellektuelles Niveau und ihre große Theaterleidenschaft. Inspiriert durch das Meininger Hoftheater, prägte Cosima Wagner den Bayreuther Bühnenstil in entscheidendem Maße mit – vor und nach dem Tod Richard Wagners.

Maren Goltz
Musikstudium in der Diktatur
Das Landeskonservatorium der Musik / die Staatliche Hochschule für Musik Leipzig in der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945, Stuttgart (Steiner) 2013

Das Leipziger Konservatorium ist die älteste musikalische Lehranstalt auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy, der Renommierteste unter den Initiatoren, erhob den Anspruch einer akademischen Ausbildung von Musikern. Leipzig wurde modellhaft für Konservatoriums-Gründungen in Europa und Übersee. Doch wie veränderten sich das Selbstverständnis, die Strukturen und der Lehr- und Studienalltag des „Kon“ nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten?

Die Studie widmet sich erstmals systematisch und umfassend der historischen Entwicklung der 1843 begründeten Einrichtung im „Dritten Reich“ und leistet damit zugleich einen Beitrag zur Erforschung der Geschichte von Kunst- und Musikhochschulen in einer Diktatur. Sie zeigt, dass die Leipziger Lehranstalt kein von der NS-Ideologie unberührter Ort der Zurückgezogenheit der musikalischen Ausbildung war, sondern auch ihre Angehörigen der Ausrichtung des nationalsozialistischen Kulturlebens an politischen Erfordernissen mehrheitlich und von Anfang an Rechnung tragen mussten bzw. wollten.

Irmlind Capelle und Maren Goltz (Hg.)
Wilhelm Berger (1861–1911)
Komponist - Dirigent - Pianist, München (Allitera) 2013

Wilhelm Berger (1861–1911) war um 1900 ein erfolgreicher Komponist, erhielt den Professorentitel, war Mitglied der Berliner Akademie der Künste und wurde 1903 als Nachfolger von Fritz Steinbach zum Kapellmeister der Meininger Hofkapelle gewählt. Dennoch wurde er nach seinem Tode schneller und gründlicher vergessen als viele seiner Zeitgenossen. Aus Anlass des Doppel-Jubiläums fand 2011 in Meiningen eine musikwissenschaftliche Tagung statt, bei der sich die Referenten mit verschiedenen Aspekten seines Lebens und Schaffens beschäftigten, um so die Individualität und Qualität der Kompositionen zu verstehen und die bislang verbreitete Zuordnung Bergers zu den »Berliner Akademikern« zu differenzieren.

Maren Goltz
Die Musikinstrumenten-Sammlung der Meininger Musee –‚
Vollständiges Bestandsverzeichnis mit ausführlicher Dokumentation, Meiningen 2012

Daß die derzeit 114 Objekte umfassende Musikinstrumenten-Sammlung der Meininger Museen mit dem Schwerpunkt Holzblasinstrumente im mitteldeutschen Raum eine Sonderstellung einnimmt, stellte Herbert Heyde bereits 1976 fest. Während einzelne Instrumente in Zusammenhang mit ihrer langjährigen Ausstellung im Bachhaus Eisenach in das Blickfeld von Fachpublikum und interessierter Öffentlichkeit standen und nach 1989 auch die beiden Instrumente des Brahms-Klarinettisten Richard Mühlfeld eine zweite Karriere in Form von Nachbauten durch mehrere europäische Werkstätten erlebten, steht mit dem vorliegenden digitalen Bestandskatalog erstmals die Sammlung als Ganzes im Mittelpunkt. Jedes Instrument ist mit einer Fotografie dokumentiert und mittels Informationen zu Datierung, Herstellern, Signaturen, Aufbau, Herkunft und Literatur sowie Anmerkungen beschrieben.

Maren Goltz:
Musiker-Lexikon des Herzogtums Sachsen-Meiningen (1680-1918).
3. erweiterte Version
Meiningen 2012. 423 S.

Das Herzogtum Sachsen-Meiningen (1680-1918) genießt in kultureller Hinsicht eine Sonderstellung. Persönlichkeiten wie Hans von Bülow, Johannes Brahms, Richard Strauss, Fritz Steinbach und Max Reger verankerten es in der europäischen Musikgeschichte und verhalfen ihm zu einem exzellenten Ruf unter Musikern, Musikinteressierten und Gelehrten. Das nun vorliegende digitale Lexikon unternimmt erstmals den Versuch, die vielfältige musikalische Infrastruktur des Musiklandes stärker auszuleuchten. Unabhängig von Region, sozialem Stand und Grad der Ausbildung werden die Musiker vorgestellt.
Maren Goltz:
Bach, Bülow, Brahms, Wagner und Reger in Meiningen.
Meiningen 2011. 32 S.

Begleitend zur Ausstellung „Meiningen – Musenhof zwischen Weimar und Bayreuth“ informiert der Katalog in deutscher und englischer Sprache über namhafte Angestellte, renommierte Gäste sowie über kulturelle Besonderheiten am Meininger Hof.

Maren Goltz:
Schätze in der Grünen Bibliothek von Schloss Elisabethenburg.
Die Musikinstrumenten-Sammlung der Meininger Museen / Treasures of the Green Library at Elisabethenburg castle. The Collection of Musical Instruments of the Meiningen Museums. Meiningen 2009, 32 S.

Während bislang einzelne Objekte der Meininger Musikinstrumenten-Sammlung in Zusammenhang mit ihrer Ausstellung im Bachhaus Eisenach im Blickfeld der Öffentlichkeit standen und nach 1989 die Klarinetten Richard Mühlfelds eine zweite Karriere in Form von Nachbauten durch europäische Werkstätten erlebten, werden die Preziosen der Kollektion hier erstmals in Buchform vorgestellt.

Maren Goltz:
Die Brahms-Programme auf den Konzertreisen der Meininger Hofkapelle (1882- 1914).
Meiningen 2009.

Daß sich die Meininger Hofkapelle über dreieinhalb Jahrzehnte in besonderem Maße dem Œuvre des Komponisten widmete, ist bekannt. Von herausragender Bedeutung bei der sogenannten Brahms-„Missionierung“ des überregionalen Konzertpublikums waren die Gastspiel-Reisen. Die digitale Publikation bietet eine Übersicht über die 400 auswärtigen Konzerte mit Brahms’ Werken im Zeitraum von 1882 bis 1914.
Maren Goltz:
Die Wiener Libretti-Sammlung des Herzog Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen.
Meiningen 2008.

Der Wahl-Wiener Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen (1687-1763) legte neben der berühmten Notensammlung eine einzigartige Kollektion von Libretti an, die ihn als Fan des Wiener Kärntnertortheaters erscheinen läßt. Die digitale Publikation widmet sich Inhalt und Verbleib der Sammlung.
Die Beiträge des Internationalen Symposiums
„Spätphase(n)? - Johannes Brahms' Werke der 1880er und 1890er Jahre“
(24. bis 26. September 2008)

sind im G. Henle Verlag München erschienen.

Maren Goltz / Herta Müller:
Der Brahms-Klarinettist Richard Mühlfeld.

Einleitung, Übertragung und Kommentar der Dokumentation von Christian Mühlfeld / Richard Mühlfeld, Brahms’ Clarinettist. Introduction, Transcription, and Commentary of the Documentation by Christian Mühlfeld. Balve 2007. 396 S.

Der Meininger Klarinettist Richard Mühlfeld (1856-1907) war bereits zu Lebzeiten ein Mythos. Der berühmte Interpret inspirierte Johannes Brahms zu dessen meisterhaften Kammermusikwerken für Klarinette und löste damit einen wahren „Klarinettenboom“ aus.
 


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